Um die Lampenhalterung und die unteren Verkleidungsrohre lackieren zu können, hatte ich die beiden Gabelrohre schon einmal aus der Gabelbrücke demontiert. Danach hatte ich die Gabelrohre provisorisch wieder eingebaut, um das Motorrad wieder normal abstellen zu Können.
Hier sieht man die beiden Muttern, mit denen die Gabelbrücke befestigt ist. Mit diesen Muttern wird auch das Lagerspiel eingestellt.
Die Reihenfolge der beiden Muttern stimmt hier nicht, die stärkere gehört nach unten, die dünnere dient zum kontern. Die Schlüsselweite ist 36mm.
Bei meiner Regina besteht die obere Lagerung aus zwei Lagerschalen (Kugellaufringe) mit 22 lose eingelegten Kugeln.
Auch hier sind es zwei Lagerschalen mit 22 lose eingelegten Kugeln.
An der Gabelbrücke sieht man die zwei Schrauben, die die Gabelrohre festklemmen.
Diese Bild stammt aus der Werksattanleitung der Regina. Ich habe es um die Bezeichnungen der Einzelteile ergänzt.
Hinweis: Der Führungskolben (8) dient zur unterem Führung des Hauptrohres (8) und ist an diesem befestigt. Auf der Zeichnung ist Führungskolben und Hauptrohr als ein Teil zu sehen.
Die Werkzeuge auf der Zeichnung dienen folgendem Zweck:
Auf diesem Foto sieht man die Hutmanschette. Sie dient dazu, das Führungsrohr mit einem daran befestigten Faltenbalg, noch oben hin "abzuschirmen".
Hier gab es wohl verschiedene Versuche die Abdichtung Gabel ab Werk zu optimieren.
Diese Hutmanschette ist ein Aluring, der leicht nach oben herausgehebelt werden kann.
Unter der Hutmanschette befindet sich dann noch die Seegerring-Sicherung.
Um diesen Seegering zu entfernen, benötigt man laut Werkstattanleitung eine gebogene Seegerring Zange.
Bei mir ging aber auch eine gebogene Sptizzange.
Das Hauptrohr nach dem Ausbau mit allen Teilen.
Das Hauptrohr nach dem Ausbau mit Teilen vom oberen Bereich.
In der Reihenfolge von oben gesehen:
-Hutmanschette
-Seegerring
-Beilagscheibe
-Simmering
-Führungsbüchse
Das Hauptrohr nach dem Ausbau mit Teilen vom unteren Bereich.
In der Reihenfolge von oben gesehen:
-Dämpfungsrohr
-Metallscheibe auf Dämpfungsrohr (Funktion?)
-Führungskolben
Dichtringe und Führungsbüchse werden ersetzt, ansonsten bleibt alles original.
Hier das Hauptrohr mit neuer Führungsbüchse und Dichtringen.
Anstatt der alten Hutmanschette, wird ein Simmerring verkehrt herum eingebaut, wurde mir bei der Teilebestellung geraten.
In das Hauptrohr wurden im knapp über dem Dämpfungsrohr vier neue Löcher gebohrt.
Damit ist sichergestellt, daß das Öl Durchfluss hat, egal in welcher Position sich das Dämpfungsrohr befindet.
Der Bund am alten Dämpfungsrohr sollte sicherstellen, daß das Dämpfungsrohr sich immer oberhalb der Löcher befindet.
Wie gut das funktioniert hat, kann man an den ausgefransten Löchern des originalen Dämpfungrsohres sehen.
Dämpfungsrohre mit Bund waren nicht mehr zu bekommen.
Das Stützrohr nach dem Ausbau mit allen Teilen.
In der Reihenfolge von oben gesehen:
-Gummipuffer
-Zylinderschraube
Oben beitzt das Stützrohr einen Innensechskant. Dieser dient zum Herausschrauben des Stützrohres aus dem Führungsrohr.
Auf den oberen Rand des Stützrohres lässt sich eine 17er Nuss aufstecken.
Dies kann sehr hilfreich beim Ausbau des Hauptrohres aus dem Führeungsrohr sein..
Wenn die Führungsbüchse nicht aus dem Führungsrohr kommen will, wirken unterstützende Schläge auf das Stützrohr oft wunder.
So steht es übrigends auch in der Werkstattanleitung.
Um das Stützrohr nicht zu beschädigen, habe ich eine 17er Nuss mit einer Verlängerung aufgesteckt.
Dann das Führungsrohr von außen angewärmt. Mit ein paar Schlägen auf die Verlängerung hat sich die Führungsbüchse gelöst.
Innerhalb der Schraube befindet sich ein Flatterventil.
Wenn Gabelöl in die Schraube gelangt, bleibt das Ventil häufig kleben.
Die Schraube arbeitet als Rückschlagventil und soll beim Ausfedern das Einströmen von Luft in die Gabel verhindern.
Wer keine neuen Abschlußschrauben kaufen will, kann die alten aber auch öffnen und reinigen.
Eine Anleitung wie man das macht, gibt es im HOREX Forum.
Diese Anleitung hat Christoph erstellt und funktioniert einwandfrei.
DANKE Christoph!
Damit man die Abschlußschraube öffnen kann, müßen die eingestemmten Fixierungen entfernt werden.
Am besten geht es mit einem Dremel mit Diamantfräser.
Eventuell sollte man die Flanken des konischen Ringes begradigen, um ihn besser mit dem Schraubstock fassen zu können.
Scheinbar gibt es verschiedene Versionen der Abschlußschraube.
Diese sind aber nur rein äußerlich, innen sind die Schrauben identisch.
Und so sieht es aus, wenn die Abschlußschraube offen ist.
Hier sieht man, wie das Ventil arbeitet.
Die runde Metallscheibe wird beim Einfedern durch den dabei entstehenden Überdruck im Gabelrohr angehoben und an das Metalldreieck gedrückt.
Dadurch kann die Luft ungehindert aus dem Gabelrohr entweichen.
Beim Ausfedern wird dann die Metallscheibe durch die ausströmende Luft und die Schwerkraft nach unten gezogen und verschließt das Ventil.
Und genau hier liegt das Problem.
Bleibt das Metallplättchen durch Öl oder Verschmutzung an dem Metalldreieck kleben,
kann die Luft ungehindert ein- und ausströmen.
Wer alles original belassen will, sollte die Abschlußschraube und deren Bauteile reinigen, zusammen bauen, die Funktion testen und wieder verstemmen.
Den Funktionstest sollte man unbedingt vor dem Verstemmen ausführen, falls sich beim Zusammenbau etwas verklemmt hat.
Ich habe das so gemacht:
Abschlußschraube schüttlen, das Klicken des Metallplättschens muß zu hören sein.
Mit dem Mund testen, ob das Ventil in eine Richtung dicht ist (ist zwar nicht besonders appetitlich, funktioniert aber).
Da ich davon ausgegangen bin, daß das Ventil gelegentlich wieder verklebt und gereinigt werden muß, habe ich mir eine andere Art des Verschließens überlegt.
Am unteren Teil der Schraube habe ich ein 3mm Gewinde geschnitten und für eine Senkkopfschraube vorbereitet.
Am Ring, der das Ventil beinhaltet, habe ich an der Stelle an der die Schraube drückt, ein Loch angesenkt. Damit ist sichergestellt, daß das Ventil nicht aus der Schraube herausfallen kann.
Achtung! Nicht zu tief bohren, da man sonst auf den Sitz des Ventils kommt.
Nachdem ich ein wenig mit dem Ventil experimentiert hatte, mußte ich feststellen, daß ein Öltropfen langt um die Funktion des Ventils wieder einzustellen.
Die erste Verbesserungsidee stammt von Christoph. Er hat anstatt der beiden Metallplättchen eine Kugel mit einer Feder eingesetzt.
Ich habe das auch getestet, allerdings ohne eine Feder, da ich keine passende hatte. Funtioniert, aber ohne Feder klappert die Kugel, die ja ziemlich schwer ist, im Ventil herum.
Dann habe ich mir selber Gedanken gemacht und bin, wie auf dem Foto zu sehen ist, auf folgende Idee gekommen:
Ich habe ein 6mm Loch mittig in das Dreiecksplättchen gebohrt.
Von einer alten Benzinleitung mit 6mm Außendurchmesser, habe ich ein 30mm langes Teil abgeschnitten.
Danach wurden beide Teile gereinigt, das Rohr in das Dreiecksplättchen gesteckt und verlötet.
Als nächstes habe ich das Rohr innen aufgebohrt, so daß eine Feder aus einem Kugelschreiber leichtgängig in das Rohr passt.
Jetzt wurde das Dreiecksplättchen mit dem Rohr nach innen in die Schraube gesteckt. Nun kann man die Feder aus dem Kugelschreiber ein wenig dehnen, bis sie knapp über das Plättchen heraus ragt.
Nun habe das ganze zusammengebaut und getestet. Ergebnis: Funktioniert.
Zweiter Test mit Öl auf dem Plättchen. Ergebnis: Funktioniert auch.
Je nach belieben kann man jetzt die Feder mehr oder weniger vorspannen und experimentieren.
Und so sieht es aus, wenn es fertig ist.